Ev.-Luth. Kirchgmeinde Börnichen
Försterweg 1
09437 Börnichen
Pfarramt Waldkirchen Tel. 037294/87884
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Börnichen
Liebe Gemeinde,
mit Lichtmess, das wir am 2. Februar
gemeinsam in Grünhainichen feiern,
zieht Weihnachten wohl auch aus den
letzten Wohnstuben aus. Dann sind
auch bei den Letzten die Figuren,
Pyramiden und Schwibbögen sicher
auf dem Boden verstaut. Weihnachten
ist weggepackt und das Jahr mit
seinen Aufgaben und
Herausforderungen hat uns wieder im
Griff.
Dabei ist die gute Botschaft, die mit
dem Kind in der Krippe in unseren
Alltag gekommen ist, nicht nur eine
schöne Geschichte für ein paar
festliche Tage am Ende des Jahres, an
denen wir uns beschenken und gut
essen. Gott ist nicht nur ein Gast, der
zu Weihnachten mal kurz
vorbeischaut und sich feiern lässt. So
wie eine Geburt erst der Anfang ist,
so geht Gottes aufopferungsvolle
Liebe weit darüber hinaus. Gott ist
gekommen, um bei uns zu bleiben. Er
bleibt uns in Liebe zugewandt und
geht mit uns durch das neue Jahr,
durch unser ganzes Leben.
Die Tiefe und Ernsthaftigkeit seiner
liebevollen Zuwendung bedenken wir
in der bevorstehenden Passionszeit,
die mit dem Aschermittwoch beginnt.
Die Passionszeit, die uns den
leidvollen Weg Jesu vor Augen führt
und zeigt, mit welcher Konsequenz
uns Gott liebt, auch dann noch liebt,
wenn wir ihn nicht verstehen und
eigentlich loswerden wollen. In der
Passionszeit, in der wir die Hingabe
Gottes für uns bis ans Kreuz
bedenken, erleben wir: Da ist einer
ganz und gar für mich. Gott ist ganz
und gar für mich. Ich kann ihm
vertrauen.
Brauchen wir das nicht unbedingt?
Einen, der zu mir steht, auch dann,
wenn andere mich verlassen, auch
dann wenn ich schuldig werde? Einen,
dem ich vertrauen kann,
bedingungslos? Einen, der mich nicht
verurteilt, sondern wieder aufrichtet.
Passionszeit ist auch Fastenzeit, also
für eine begrenzte Zeit, auf etwas
verzichten, um sein Leben wieder neu
auszurichten, die Prioritäten zu prüfen
und am Guten festzuhalten. Ganz so
wie es uns die Jahreslosung sagt:
Prüft alles und behaltet das Gute. (1.
Thess 5, 21): Was ist wichtig in
meinem Leben? Investiere ich in das,
was mir wirklich gut tut oder
verbrauche ich meine Kraft für Dinge,
die es letztlich nicht wert sind?
Passionszeit, Fastenzeit ist die große
Chance in Ruhe auf den eigenen
Alltag zu schauen und ihn zum Guten
zu verändern. Es ist die große Chance
im Vertrauen auf Gott das eigene
Leben zu betrachten. Wer weiß, was
wir entdecken werden, wenn wir so
auf unseren Alltag schauen.
In diesem Sinne wünsche ich uns
allen, dass uns Gottes Geist wieder
neu das Gute in unserem Alltag zeigt
und wie wir dies festhalten und
bewahren können, jeden Tag neu.
Ihr Pfr. Jens Meyer